Leitfaden für Einsteiger - BIT-Software Schweiz 3D-Druckerzentrum Gäu

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Leitfaden für Einsteiger

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Dieser Leitfaden soll dem Besitzer eines neuen 3D-Druckers den Einstieg erleichtern und dazu beitragen, möglichst schnell einwandfreie Druckergebnisse zu erzielen.

Ausrichten der Druckplattform


Das korrekte Ausrichten der Druckplattform ist ein absolutes Muss bei jedem 3D-Drucker, der mit der FDM bzw. FFF-Technologie arbeitet.

Dabei wird der Abstand der Druckdüse zur Druckplattform in der obersten Position so eingestellt, dass die 1. Druckschicht möglichst gut auf der Druckplattform haften bleibt.

Einige Drucker bieten eine eingebaute Hilfestellung zum Ausrichten der Druckplattform, bei Anderen wiederum erfolgt die Ausrichtung manuell. Das Prinzip der Ausrichtung ist aber in jedem Fall das Gleiche:
  1. Der Drucker wird in die Homeposition der Z-Achse gefahren.
  2. Mit dem Druckkopf werden die einzelnen Positionen der Stellschrauben angefahren und die Schrauben so eingestellt, dass sich ein handelsübliches Blatt Papier (Kopier- bzw. Druckerpapier) gerade noch zwischen der Düse und der Druckplattform hin und her schieben lässt. Die Düse sollte dabei leicht am Papier kratzen, es aber nicht einklemmen.
  3. Gerade wenn der Drucker neu installiert wird empfiehlt es sich, diesen Vorgang noch einmal zu wiederholen, da sich die Position der Druckplattform am gegenüber liegenden Ende auch leicht verschiebt, wenn an einer Stelle eine grössere Korrektur notwendig ist.
Es empfiehlt sich, die Einstellung zu kontrollieren, wenn der Drucker transportiert wurde oder die Haftung der 1. Schicht beim Drucken nicht mehr gewährleistet ist oder aber sich die fertigen Druckobjekte kaum noch von der Druckplattform lösen lassen.

Materialwahl


Für die ersten Gehversuche empfiehlt es sich, mit PLA zu arbeiten, weil:
  1. PLA biologisch abbaubar und dadurch für die Umwelt verträglicher ist.
  2. PLA wesentlich einfacher zu drucken ist als z.B. ABS.
Für Drucker ohne beheizbare Druckplattform bieten sich ohnehin nicht viele Alternativen zu PLA, mit Ausnahme von PETG, welches sich ebenfalls relativ gut ohne beheizbare Druckplattform verarbeiten lässt.

Wenn man sich dann ein wenig eingearbeitet hat stehen einem eine Fülle von Materialien zur Verfügung, wie zum Beispiel:

Bitte klären Sie vor dem Kauf von neuen Filament-Materialien, ob diese mit Ihrem Drucker auch tatsächlich verarbeitet werden können.
So benötigen beispielsweise ABS, HIPS und Nylon zwingend eine beheizbare Druckplattform.
Flexible Filamente lassen sich mit Bowden-Extrudern (Ultimaker) systembedingt praktisch nicht drucken.

Die 1. Schicht

Wer schon einmal ein Haus gebaut hat weiss, wie wichtig ein solides Fundament ist.
Genau so verhält es sich auch mit dem 3D-Drucker. Die 1. Druckschicht ist die Wichtigste von allen! Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass eben diese 1. Druckschicht möglichst perfekt auf der Druckplattform haftet.
Die erste Voraussetzung hierfür ist die korrekte Einstellung des Düsenabstands zur Druckplattform, wie vorgehend beschrieben.

Haftmittel

Je nach Fabrikat verfügt Ihr Drucker über eine Druckplattform aus Kunststoff, Glas, Aluminium oder Chromstahl.
Die meisten dieser Materialien bieten keine ausreichende Haftung für unser geschmolzenes Filament. Wir sollten hier also ein wenig nachhelfen. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die wir hier kurz anschauen wollen.
Es gibt einige 3D-Drucker-Anwender, die schwören auf Holzleim, Klebestift oder Haarspay. Wer es mag darf dies gerne ausprobieren. Wir empfehlen allerdings etwas erprobtere Methoden:

Blue Masking Tape

Beim Blue Masking Tape handelt es sich eigentlich um ein Maler-Abdeckband, das allerdings gegenüber den bei uns meistens verwendeten gelben Bändern eine leicht gewachste Oberfläche aufweist und einen Klebstoff hat, der dazu führt, dass sich das Band auch nach Wochen noch problemlos entfernen lässt ohne gleich den ganzen Putz mitzunehmen.
Das Band muss nicht zwingend vollflächig auf die Plattform geklebt werden. Es reicht, es dort zu verkleben, wo das Modell auch tatsächlich gedruckt wird. Dabei sollte allerdings schon eine Reserve von einigen Zentimetern zugegeben werden, damit das Band besser kleben bleibt.
Zum Ablösen des fertigen Druckteils empfehlen wir, das Band mit dem Druckobjekt zusammen von der Plattform zu lösen. Dann kann das Band einfach vom Druckteil abgezogen werden.
Werden mehrere Lagen nebeneinender benötigt achten Sie darauf, dass sich das Band nicht überlappt. Lieber lassen Sie einen kleinen Spalt zwischen den einzelnen Bahnen. Am Besten ist es natürlich, wenn die Bahnen perfekt aneinander anstossen. Mit etwas Übung geht das in der Regel ganz gut.
Das Blue Masking Tape eignet sich bestens für PLA. Für ABS ist es nur für kleine Bauteile geeignet. Bei grösseren Bauteilen löst sich das Band meistens durch die beheizte Druckplattform und das zu erwartende Warping.
Die Haftung des Druckteils auf dem Tape lässt sich noch etwas verbessern wenn das Tape nach dem Anbringen mit grobem Schmirgelpapier leicht angerauht wird.

3D Glue

Der 3D Glue ist ein Flüssigkleber, der eigentlich lediglich aus Aceton und darin gelöstem ABS besteht. Der Kleber kann also grundsätzlich auch selber hergestellt werden.
Zur Anwendung wird der Kleber mit einem Pinsel relativ grosszügig auf der Druckplattform verteilt.
Es soll hier aber nicht verschwiegen werden, dass dies eine ziemliche Sauerei auf der Druckplattform hinterlässt, die nach dem Drucken relativ mühsam wieder entfernt werden muss.
Der 3D Glue ist ausgezeichnet für das Drucken von ABS geeignet, aber auch für Nylon und ähnliche Materialien.

3DLac und Dimafix

3DLac und Dimafix sind speziell entwickelte Klebesprays, welches keinerlei Duftstoffe und sonstige Bestandteile enthält, welche die Haftung negativ beeinflussen könnten.
Der Spray wird zur Anwendung direkt auf die Druckplattform aufgesprüht. Wir empfehlen, den Spray nur mit Druckern zu verwenden, bei denen die Druckplattform entfernt werden und ausserhalb des Druckers besprüht kann. Andernfalls werden die empfindlichen Spindeln und Gewindestangen der Z-Achse Ihres Druckers vermutlich ziemlich schnell verklebt sein.
Einer der Vorteile bei der Anwendung der Haftsprays ist, dass sich die bauteile nach dem Abkühlen der Druckplattform besonders leicht von derselben lösen lassen.

BuildTak Haftfolie

Mit der BuildTak Haftfolie fahren Sie eigentlich immer gut.
Diese speziell entwickelte Folie lässt sich einfach auf der Druckplattform anbringen und kann bei sorgfältiger Behandlung für viele Drucke wieder verwendet werden.
Diese Folie eignet sich sowohl für PLA, als auch für ABS und die meisten anderen heute erhältlichen Filamente. Bei Nylon empfiehlt der Hersteller, zusätzlich einen dünnen Film eines abwaschbaren Klebestifts aufzutragen.
Die Folie kann nach jedem Druck mit Alkohol (70%) gereinigt werden. Bitte kein Aceton verwenden, dies verträgt die Folie nicht!
Es soll aber hier nicht unerwähnt bleiben, dass die BuildTak Folie nicht unbedingt billig ist. Bei entsprechender Sorgfalt relativiert sich der Preis aber wieder weil die Folie dann auch entsprechend lange verwendet werden kann.
 
 
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